Mit rund 65.000 Einwohnern und einer Lage direkt am linken Niederrhein ist Dormagen eine Stadt, deren Untergrund mehr Fragen aufwirft, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Die quartären Lockersedimente aus Kies, Sand und Schluff, durchzogen von alten Rheinarmen, bilden einen heterogenen Baugrund. Schon ein einfacher Aufschluss zeigt selten das ganze Bild. Hier setzt die Elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung) an – ein geophysikalisches Verfahren, das ohne Bohrung oder Baggerschurf ein Tiefenprofil der elektrischen Leitfähigkeit liefert. In unserer Erfahrung ist die VES besonders dann gefragt, wenn Bauherren in Dormagen die Mächtigkeit einer Tonschicht abschätzen oder die Tiefenlage des Grundwasserspiegels eingrenzen müssen, bevor sie eine Baugrundbohrung mit SPT planen. Das Verfahren misst, wie gut der Boden Strom leitet, und übersetzt diese Werte in ein geologisches Modell – ein eleganter erster Schritt, der spätere Überraschungen auf der Baustelle vermeidet.
Die VES unterscheidet Tonschichten von Sanden allein über den elektrischen Widerstand – ohne einen Kubikmeter Boden zu bewegen.
Leistungsmerkmale in Dormagen

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Risiken und Überlegungen in Dormagen
Dormagen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: ehemalige Industriebrachen entlang des Rheins, Auffüllungen in alten Kiesgruben und die Ausweisung neuer Wohngebiete prägen das Stadtbild. Diese Entwicklung bringt geotechnische Risiken mit sich, die mit reinen Punktaufschlüssen kaum zu erfassen sind. Eine Altlastenverdachtsfläche oder eine verfüllte Senke kann zwischen zwei Baggerschürfen unentdeckt bleiben. Die Elektrische Widerstandsmessung / VES schließt diese Lücke, weil sie einen kontinuierlichen Tiefenschnitt liefert. Trifft eine Sondierung auf eine Zone mit extrem niedrigem Widerstand, kann das auf eine Schadstofffahne im Grundwasser oder eine mächtige organische Weichschicht hindeuten. In Dormagen mit seinen teils geringen Flurabständen zum Grundwasser ist das ein entscheidender Befund. Wer auf diese Erkundung verzichtet, riskiert spätere Setzungsschäden oder kostspielige Sanierungsauflagen, die im Vorfeld vermeidbar gewesen wären.
Unsere Leistungen
Unser geophysikalisches Angebot in Dormagen deckt die Baugrunderkundung vom ersten Screening bis zur detaillierten Tiefenprofilierung ab. Nachfolgend die Kernverfahren, die wir regelmäßig im Stadtgebiet einsetzen.
Vertikale Elektrische Sondierung (VES) – Einzelpunkte
Klassische Tiefensondierung an einem Punkt zur Bestimmung der Schichtwiderstände und Mächtigkeiten. Ideal für die erste Einschätzung der Baugrundschichtung in Dormagen, besonders in Gebieten mit bekannten Auelehmen.
Geoelektrische Profilmessung (2D-Widerstand)
Aneinanderreihung von Elektroden entlang einer Messlinie zur Erstellung eines 2D-Widerstandsmodells. Wir setzen diese Methode ein, um laterale Inhomogenitäten zu kartieren, etwa die Grenze zwischen gewachsenem Kies und einer Auffüllung.
Kombinierte Sondierung mit SPT und VES
Kombination aus direkter Sondierung und geophysikalischer Messung. Die SPT liefert den Schichtaufbau zum Kalibrieren, die VES schließt die Lücken zwischen den Bohrpunkten – eine wirtschaftliche Lösung für größere Grundstücke.
Beratung zur Gründungsoptimierung
Auswertung der VES-Daten mit Blick auf die Gründungsart. Wir geben eine Empfehlung zu Fundamenttypen oder Stützmauern und zeigen auf, wo zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sind.
Häufige Fragen
Was kostet eine Elektrische Widerstandsmessung / VES in Dormagen?
Für eine einzelne vertikale elektrische Sondierung mit Auswertung und Bericht liegt der Preis in Dormagen üblicherweise zwischen €590 und €990. Der Aufwand hängt von der gewünschten Erkundungstiefe, der Zugänglichkeit des Geländes und der Anzahl der Messpunkte ab. Bei mehreren Sondierungen auf einem Baufeld sinken die Kosten pro Punkt. Wir erstellen vorab ein verbindliches Angebot mit Festpreis.
Wie tief kann die VES in den Dormagener Rheinterrassen messen?
Die Erkundungstiefe hängt von der maximalen Auslagelänge der Stromelektroden ab. In der Praxis erreichen wir in Dormagen auf den freien Flächen der Niederterrasse Tiefen von 40 bis 50 Metern, bevor die Auflösung zu grob wird. In bebauten Gebieten ist oft bei 20 bis 30 Metern Schluss, weil die Leitungslänge begrenzt ist. Für tiefere Horizonte kombinieren wir die VES mit anderen Verfahren.
Welche Bodenarten kann man mit der VES in Dormagen sicher unterscheiden?
Die VES trennt vor allem bindige von rolligen Böden. Der typische Niederterrassenkies in Dormagen zeigt Widerstände von 200 bis 800 Ohm·m, Sand liegt bei 50 bis 200, während der Auelehm und toniger Schluff Werte unter 50 Ohm·m liefern. Die Grenze zwischen Sand und Kies ist fließend, aber der Sprung von Kies zu Ton ist eindeutig. Genau das ist für die Gründungsbeurteilung oft die entscheidende Frage.
Kann die VES eine Baugrundbohrung ersetzen?
Nein, und das ist auch nicht ihr Zweck. Die VES ist ein Vorerkundungsverfahren, das Bohrungen gezielter plant. Wir sehen in Dormagen immer wieder, dass eine clever gesetzte VES-Kampagne die Anzahl der nötigen Bohrungen halbiert. Die Norm DIN EN 1997-2 erlaubt die Kombination aus direkten und indirekten Aufschlüssen, aber eine reine Geophysik ohne Kalibrieraufschluss ist für die Standsicherheitsnachweise nicht ausreichend.