Dormagen
Dormagen, Germany

Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Dormagen – granulometrische Kennwerte für Baugrundbewertung

Zwischen den Rheinauewiesen im Osten und den Lösslehmkuppen um Hackenbroich im Westen liegen geotechnisch gesehen Welten. In der Rheinniederung dominieren junge Auelehme und wechselhaft gelagerte Sand-Kies-Gemische, während wir in Horrem oder Delrath oft auf stark vorbelastete Tone aus der Saale-Kaltzeit treffen. Die Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) macht diese Unterschiede messbar: Sie trennt Kies, Sand, Schluff und Ton quantitativ und liefert jene Kornverteilungskurve, die für Versickerungsbemessung, Frostempfindlichkeit und Verdichtbarkeit ausschlaggebend ist. Wer in Dormagen baut, braucht diese Kennwerte nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus der eigenen Baugrube. Unser Labor verarbeitet gestörte Proben aus Schürfen oder Sondierungen und führt die kombinierte Analyse nach DIN EN ISO 17892-4 durch – Siebung von 63 mm bis 0,063 mm, darunter Aräometer-Verfahren. Die Ergebnisse gehen bei uns oft direkt in den Plattendruckversuch, wenn auf derselben Baustelle der Verformungsmodul geprüft wird.

Die Kornverteilungskurve entscheidet über Frostempfindlichkeit, Verdichtbarkeit und Drainagefähigkeit – drei Parameter, die in der Rheinschiene über Bauqualität oder Bauschaden bestimmen.

Leistungsmerkmale in Dormagen

Dormagens Baugrund spiegelt eine bewegte Quartärgeschichte wider. In den 1970er-Jahren, als die Bayer-Siedlungen und die Chempark-Erweiterung entstanden, wurden großflächig Auenböden umgelagert. Heute finden wir in Nievenheim oder Stürzelberg oft anthropogen überprägte Horizonte, deren Kornverteilung mit der Tiefe springt – mal sandig-kiesig, dann wieder tonig-schluffig. Unsere Erfahrung zeigt: Gerade bei solchen gestörten Profilen reicht eine reine Sieblinie nicht. Die Siebung trennt den Grobanteil bis 0,063 mm, doch erst das Aräometerverfahren nach Stokes schlüsselt die Feinfraktion auf und unterscheidet Schluff von Ton. Diese Auflösung ist entscheidend, wenn es um Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB oder um die Bewertung von Setzungsrisiken bei bindigen Schichten geht. In der Praxis kombinieren wir die Korngrößenanalyse häufig mit einem CPT-Versuch, der uns im Vorfeld die Schichtung zeigt und eine gezielte Probenahme erlaubt. Unser Labor arbeitet mit DAkkS-akkreditierter Siebtechnik und temperaturkorrigiertem Hydrometer – die Auswertung liefert Ungleichförmigkeitszahl, Krümmungszahl und den Feinkornanteil in einem Prüfbericht, den Tragwerksplaner direkt verwenden.
Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Dormagen – granulometrische Kennwerte für Baugrundbewertung
Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Dormagen – granulometrische Kennwerte für Baugrundbewertung
ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN EN ISO 17892-4:2017-04
Verfahren GrobfraktionTrockensiebung (63 mm – 0,063 mm)
Verfahren FeinfraktionAräometer nach Casagrande (Stokes-Gesetz)
Probenmengeca. 2–5 kg gestörte Probe je nach Größtkorn
AuswertegrößenKörnungslinie, Cu, Cc, T/U/S/G-Anteile, kf-Schätzwert
Bearbeitungszeit3 Werktage ab Probeneingang (Express auf Anfrage)
AkkreditierungDAkkS nach DIN EN ISO/IEC 17025 für Siebung und Hydrometer

Risiken und Überlegungen in Dormagen

Die Niederterrasse des Rheins in Dormagen führt in Tiefen zwischen 8 und 15 Metern oft sandige Kiese mit hohem Porenanteil, während die oberflächennahen Auelehme bei Wassersättigung zum Fließen neigen. Fehlt eine granulometrische Charakterisierung der Feinschicht, wird die Gefahr von Suffosion oder innerer Erosion leicht unterschätzt. Wir sehen regelmäßig Schadensfälle, bei denen ein zu grob geschätzter kf-Wert aus der Kornverteilung zu unterdimensionierten Drainagen führte – das Wasser stand, der Baugrubenverbund wurde weich. Noch kritischer ist die Frostempfindlichkeit: Ein Schluffanteil über 15 % im Korngemisch stuft den Boden in die Frostempfindlichkeitsklasse F2 oder F3 ein, was den Oberbau von Verkehrsflächen grundlegend ändert. Die DIN 18196 klassifiziert den Boden anhand der Kornverteilungskurve – ohne diese Einordnung fehlt dem Erdbaulabor die Grundlage für Verdichtungsanforderungen und Tragfähigkeitsprognosen.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 17892-4:2017-04 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (Frostempfindlichkeitsklassen), DIN EN ISO/IEC 17025 – Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien (DAkkS-Akkreditierung)

Unsere Leistungen

Die Korngrößenanalyse steht selten allein. In Dormagen liefern wir sie meist im Paket mit zwei ergänzenden Labor- und Feldversuchen, die das geotechnische Bild vervollständigen:

Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12

An derselben Probe bestimmen wir Fließ- und Ausrollgrenze. Zusammen mit der Kornverteilung ergibt sich die Plastizitätszahl, die für die Konsistenzbewertung bindiger Schichten in den Rheinauegebieten unverzichtbar ist.

Wasserdurchlässigkeitsversuch im Labor

Aus der Kornverteilungskurve lässt sich der kf-Wert nach Beyer, Hazen oder Seiler abschätzen. Für Versickerungsanlagen in Dormagen führen wir ergänzend den direkten Durchlässigkeitsversuch bei Proctordichte durch.

Häufige Fragen

Was kostet eine Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Dormagen?

Für eine kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 liegen die Kosten im Raum Dormagen je nach Probenanzahl und Größtkorn zwischen 90 € und 160 € netto pro Probe. Express-Auswertung innerhalb 24 Stunden ist gegen Aufpreis möglich. Bei größeren Probenchargen aus Baugruben oder Erkundungskampagnen bieten wir Staffelpreise an.

Welche Probenmenge brauche ich für die Korngrößenanalyse?

Das hängt vom Größtkorn ab. Für Böden bis 16 mm Größtkorn reichen etwa 2 kg gestörtes Material. Enthält die Probe Kies bis 63 mm, benötigen wir rund 5 kg. Die Probe muss luftdicht verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt – das ist wichtig für die Dispergierung im Hydrometer-Versuch.

Warum reicht eine reine Siebanalyse im Rheinvorland nicht aus?

In den Aueböden um Dormagen liegt der Feinkornanteil unter 0,063 mm oft über 20 %. Die Siebung allein sagt nichts darüber, wie viel davon Schluff und wie viel Ton ist. Erst die Aräometer-Analyse trennt diese Fraktionen – und genau diese Unterscheidung bestimmt Frostempfindlichkeit, Plastizität und das Setzungsverhalten. Wer im Rheinvorland gründet, sollte auf die kombinierte Analyse nicht verzichten.

Abdeckung in Dormagen