Dormagen
Dormagen, Germany

Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Dormagen – Baugrund klar ab 40 Metern Tiefe

Rheinterrassen und verdeckte Bruchkanten – das ist die geologische Realität in Dormagen. Wer hier ein Gründungsprojekt plant, stößt unter dem quartären Kies oft auf unerwartete Inhomogenitäten. Die Bohrung allein reicht dann nicht. SPT-Bohrung liefert zwar Punktdaten, aber die seismische Tomographie (Refraktion und Reflexion) deckt den Verlauf zwischen den Aufschlüssen lückenlos auf. Unser Team setzt das Verfahren ein, um Felshorizonte, Rinnenfüllungen oder Auslaugungszonen im Rheinischen Schiefergebirge präzise abzubilden. Die Messungen erfolgen mit 24- oder 48-Kanal-Seismografen entlang von Profillinien, die exakt auf Ihre Bauwerksachse abgestimmt werden. So entsteht ein durchgängiges Baugrundmodell – und das ohne einen einzigen zusätzlichen Meter Bohrung.

Die Kombination aus Refraktions- und Reflexionstomographie liefert in Dormagen ein Baugrundmodell mit durchgängigen Schichtgrenzen – kein Interpolieren, sondern messen.

Leistungsmerkmale in Dormagen

Die Untergrundverhältnisse in Dormagen unterscheiden sich deutlich zwischen der Rheinaue und den höher gelegenen Lössplatten bei Hackenbroich. In der Aue dominieren junge, weiche Sedimente mit eingelagerten Torflinsen, während am Terrassenrand bereits in wenigen Metern Tiefe verwitterter Sandstein des Devons ansteht. Die Refraktionstomographie kartiert diese Übergänge zuverlässig, indem sie die Laufzeit der seismischen Wellen an jeder Geofonposition auswertet. Das Reflexionsverfahren kommt zum Einsatz, wenn tiefere Strukturen – etwa ab 40 Metern – mit hoher Auflösung gebraucht werden. Für die oberflächennahe Verdichtungskontrolle ergänzen wir die Messkampagne bei Bedarf durch einen Plattendruckversuch, um die dynamischen Kennwerte direkt mit den seismischen Geschwindigkeiten zu korrelieren und den Verformungsmodul Ev2 flächig abzuleiten.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Dormagen – Baugrund klar ab 40 Metern Tiefe
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Dormagen – Baugrund klar ab 40 Metern Tiefe
ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe (Refraktion)15 m – 50 m (je nach Profillänge)
Erkundungstiefe (Reflexion)30 m – 150 m und mehr
Vertikale Auflösung0,5 m – 2,0 m (frequenzabhängig)
Seismograf24-/48-Kanal, 24-Bit-Auflösung
Geofonabstand1 m – 5 m (projektabhängig)
AnregungVorschlaghammer oder beschleunigtes Fallgewicht
DatenverarbeitungTomografische Inversion (Raytracing) + CMP-Stack (Reflexion)
BerichtsumfangLaufzeitkurven, Tomogramm, geologisches Modell, Kenngrößen

Risiken und Überlegungen in Dormagen

Dormagen zählt mit seinen knapp 65.000 Einwohnern zu den seismisch moderat aktiven Zonen der Niederrheinischen Bucht. Die Karte der Erdbebenzonen nach DIN EN 1998-1/NA weist das Stadtgebiet in die Zone 1 mit Untergrundklasse R. Das klingt harmlos, aber die Lockergesteinsdecke über dem Festgestein kann bei Fernbeben Eigenresonanzen entwickeln. Wird die Mächtigkeit dieser Deckschicht unterschätzt, liegen die Baugrundkennwerte für das Antwortspektrum daneben. Ein unzureichend erkundeter Felshorizont unter einer geplanten Pfahlgründung führt im schlimmsten Fall zu Setzungsdifferenzen, die kein Tragwerksplaner mehr abfangen kann. Die seismische Tomographie eliminiert dieses Risiko, indem sie die Tiefenlage des Festgesteins und die Geschwindigkeitsstruktur der überlagernden Schichten direkt misst – und nicht aus Bohrlochprofilen extrapoliert.

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Anwendbare Normen: DIN EN 1998-1/NA (Erdbebenbemessung, nationale Anwendungsdokumente), DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke), DGGT-Empfehlung Nr. 10 (Seismische Verfahren in der Geotechnik)

Unsere Leistungen

Die seismische Tomographie ist nie eine isolierte Messung. Jede Kampagne in Dormagen wird mit den erforderlichen ergänzenden Feld- und Laboruntersuchungen kombiniert, um ein vollständiges geotechnisches Bild zu zeichnen.

Profilvermessung und Auswertung

Aufnahme von 2D-Profilen entlang Ihrer Bauachse. Inklusive Ersteinsatz-Picking, tomografischer Inversion und geologischer Interpretation der Geschwindigkeitsmodelle.

Reflexionsseismik für Tiefenstrukturen

Hochauflösende Abbildung von Schichtgrenzen unterhalb 40 Meter. Besonders geeignet zur Erkundung der Felsoberkante für Pfahlgründungen oder Tiefbauwerke.

Kombination mit Bohrlochgeophysik

Kalibrierung der seismischen Geschwindigkeiten mit Downhole- oder Crosshole-Messungen. Erlaubt die direkte Zuordnung von dynamischen zu statischen Bodenkennwerten.

Häufige Fragen

Welche Tiefe erreicht die seismische Tomographie in Dormagen realistisch?

Das hängt vom Verfahren und der Profillänge ab. Mit Refraktionstomographie und einer Auslage von 70 Metern erreichen wir in Dormagens Lockergestein üblicherweise 20 bis 30 Meter Eindringtiefe. Die Reflexionsseismik geht deutlich tiefer – 50 bis 100 Meter sind hier Standard, vorausgesetzt, es existieren ausreichende Impedanzkontraste im Untergrund. Für eine konkrete Tiefenangabe brauchen wir die Geometrie Ihres Bauvorhabens.

Was kostet eine seismische Untersuchung für ein Einfamilienhaus?

Für ein typisches Einfamilienhausgrundstück in Dormagen mit zwei sich kreuzenden Profilen von je 40 bis 50 Metern Länge bewegen sich die Kosten zwischen €2.310 und €4.900. Der Preis hängt von der Zugänglichkeit des Geländes, der erforderlichen Eindringtiefe und dem Aufwand für die Datenauswertung ab.

Kann die Messung auch in bebautem Gebiet mit Verkehrslärm durchgeführt werden?

Ja, das ist in Dormagen eher die Regel als die Ausnahme. Verkehr und Industrie erzeugen zwar niederfrequente Störsignale, aber unsere 24-Bit-Seismografen arbeiten mit einer hohen Stapelrate und digitalen Filtern. Wir planen die Messzeiten außerhalb der Hauptverkehrsphasen und nutzen schwere Anregungsquellen mit gutem Signal-Rausch-Abstand, sodass auswertbare Daten auch an der B9 oder nahe der Chemieparks entstehen. Mehr Info.

Abdeckung in Dormagen