Viele Tragwerksplaner unterschätzen die Setzungsdifferenzen im Dormagener Untergrund. Wer eine starre Fahrbahn auf dem Niederterrassenkies und den Auenlehmen des Rheins nur nach Erfahrungswerten dimensioniert, riskiert Kantenpressungen und vorzeitige Eckabbrüche. Die Bemessung starrer Fahrbahnen erfordert hier eine präzise Abstimmung von Plattengeometrie, Bettungsmodul und Verkehrslast. Unser Labor ermittelt dafür die Verformungsmoduln Ev2 und Evd direkt vor Ort. So entstehen Platten, die auch den täglichen Schwerverkehr auf den Logistikarealen zwischen Bayer-Gelände und dem Chempark langfristig ohne Rissbildung aufnehmen. Ergänzend ziehen wir für tiefere Schichten den CBR-Test im Feld heran, um die Tragfähigkeit des Planums zu quantifizieren.
Die elastische Länge der Platte entscheidet über die Lastverteilung – wir bemessen sie schichtweise für den Dormagener Untergrund.
Leistungsmerkmale in Dormagen

Risiken und Überlegungen in Dormagen
Auf der Baustelle setzen wir den leichten Fallplatten-Lastplattendruckversuch ein. Ein 300 mm großer Laststempel überträgt stufenweise die Pressung auf den Untergrund. Das ist kein grobes Verdichtungsgerät, sondern ein Präzisionsinstrument, das auf Hundertstel Millimeter genau die Einsenkung misst. Liegt der Ev2-Wert unter 100 MN/m², wird die spätere starre Fahrbahn bei Achslasten über 11,5 Tonnen lokal überbeansprucht. In Dormagen sehen wir das besonders auf den Containerstellflächen nahe der B9. Ohne Nachweis der ausreichenden Steifigkeit bilden sich binnen zwei Jahren Risse entlang der Dübelachsen. Ein Bodenaustausch oder eine Zementstabilisierung muss dann nachträglich erfolgen, was den Betrieb unterbricht. Unsere Messprotokolle dokumentieren jeden Lastzyklus und schaffen die Grundlage für die Abnahme nach ZTV Beton-StB.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum deckt die strukturelle Planung und die begleitende Baugrunduntersuchung für starre Fahrbahnen in Dormagen ab. Von der ersten Rammsondierung bis zur Abnahmemessung der Verdichtung arbeiten wir nach dem Stand der Technik.
Geotechnische Vorerkundung
Korngrößenanalyse und Konsistenzgrenzen nach DIN EN ISO 17892, ergänzt durch Ramm- und Drucksondierungen zur Bestimmung der Schichtenfolge im Bereich des Chempark-Umfelds.
Bemessung der Betondecke
Berechnung der Plattengeometrie und des Bewehrungsgrades mittels Finite-Elemente-Methode, abgestimmt auf Bk-Lastklassen und die lokalen Temperaturgradienten.
Bettungsmodul-Feldmessung
Statische und dynamische Lastplattendruckversuche zur Bestimmung von Ev2 und Evd auf Planum, Frostschutzschicht und Tragschicht; Auswertung nach TP BF-StB.
Qualitätssicherung und Fugenmonitoring
Kontinuierliche Dichtemessung mit Isotopensonde und Sandkegelverfahren, Höhenkontrolle der Fugensysteme und Beweissicherung für die Abnahme.
Häufige Fragen
Welche Norm regelt die Bemessung starrer Fahrbahnen in Deutschland?
Die maßgebenden Regelwerke sind die RStO 12 für den Oberbau sowie die ZTV Beton-StB 07 für die bauliche Ausführung. Ergänzend gelten die DIN EN 13877 für Betonfahrbahnen und die DIN 18196 zur Klassifikation des Baugrunds.
Was kostet die Bemessung starrer Fahrbahnen für ein Logistikzentrum in Dormagen?
Die Kosten für die strukturierte Bemessung samt Feldversuchen liegen typischerweise zwischen €1.600 und €6.310, abhängig von der Flächengröße, der Anzahl der Plattendruckversuche und dem Umfang der Finite-Elemente-Modellierung.
Warum ist der Bettungsmodul für die Plattendicke entscheidend?
Der Bettungsmodul ks beschreibt die Nachgiebigkeit des Untergrunds. Bei einem zu geringen ks-Wert entstehen große elastische Längen und damit höhere Biegezugspannungen in der Platte. Die Dicke muss entsprechend vergrößert oder der Untergrund verbessert werden, um Risse zu vermeiden.
Wie tief muss die Erkundung für eine starre Fahrbahn reichen?
Die Sondierung sollte mindestens 2 Meter unter Planumsniveau reichen. In Dormagen prüfen wir zusätzlich die Mächtigkeit der Auenlehmschichten, da diese bei Wassersättigung zur Konsistenzänderung neigen und die Tragfähigkeit saisonal schwanken kann.
Welche Betonqualität empfehlen Sie für Schwerlastflächen?
Für Verkehrsflächen der Bauklassen Bk3,2 bis Bk100 setzen wir einen Straßenbeton mit einer charakteristischen Biegezugfestigkeit von mindestens 4,5 N/mm² ein. Bei chemischen Belastungen, wie sie im Umfeld des Chemparks auftreten können, raten wir zu erhöhtem Sulfatwiderstand.